Was muss bei der Wahl einer Unternehmensform beachtet werden , Steffi Krätzschmar?

Die ebba Beraterin Steffi Krätzschmar stellte sich unseren Fragen zum Thema Unternehmensformen. Im Blogartikel erfährst Du, worauf bei der Wahl einer Unternehmensform zu achten ist, welche Unterschiede es zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften gibt und was es mit Mischformen auf sich hat.

Welche 3 Aspekte sollten bei der Wahl einer Unternehmensform beachtet werden?

Grundlegend muss man in Einzelunternehmer, Personen- und Kapitalgesellschaften unterscheiden.

Weiterhin sollte man sich folgende Fragen stellen:

Wie viele Personen gründen das Unternehmen?
Wer soll das Unternehmen leiten?
Wie viel Eigenkapital soll aufgebracht werden?
Soll die persönliche Haftung beschränkt werden?
Umfang der Formalitäten bei der Gründung?
Welche Anforderungen an die Buchführung gibt es?

Nach der Beantwortung dieser Fragen kann man abwägen, welche Rechtsform die richtige für das eigene Unternehmen ist.

Die meist gewählten Unternehmensformen sind bei den Personengesellschaften die die OHG, KG und die GmbH & Co. KG. Bei den Kapitalgesellschaften sind es die GmbH, AG und Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt).

Welche grundlegenden Unterschiede haben Personen- & Kapitalgesellschaften?

Schauen wir uns zunächst die Kapitalgesellschaften an. Für die Gründung wird nur eine Person benötigt, dennoch sind die Kosten in der Regel höher, da unter anderem ein Notar benötigt wird.
Ein Vorteil ist der sogenannte „Haftungsschild“, was bedeutet, dass ein Gesellschafter nur bis zur Höhe seiner Einlage in das Unternehmen haftet und nicht mit seinem Privatvermögen.
Die Gewinnverteilung auf die Gesellschafter erfolgt gemäß der Anteile am Gesellschaftsvermögen.
Die Leitung übernimmt ein Geschäftsführer oder Vorstand.

Personengesellschaften sind im Vergleich zur Kapitalgesellschaft mit geringeren Gründungskosten zu veranschlagen, dafür werden aber mindestens zwei Personen benötigt.
Die Haftung erfolgt unbeschränkt, gesamtschuldnerisch und solidarisch. Eine Ausnahme hierbei bildet der Kommanditist einer KG.
Versteuert werden die Gewinne der jeweiligen Gesellschafter separat. Ist der Gesellschafter einer Person, fällt Einkommensteuer an. Ist der Gesellschafter eine Kapitalgesellschaft fällt Körperschaftssteuer an.
Die Leitung einer Personengesellschaft übernehmen die Gesellschafter gemeinsam.

Welche Vor- & Nachteile bieten Mischformen wie die GmbH & Co. KG?

Dafür muss zuerst geklärt werden, was diese Gesellschaftsform Überhaupt ist. Per Definition gilt sie als Personengesellschaft. Der Komplementär, also der unbeschränkt haftende Gesellschafter wird hier durch eine GmbH ersetzt welche dann mit ihrem beschränkten Gesellschaftsvermögen haftet. Der Kommanditist haftet haftet mit der im Handelsregister eingetragene Haftsumme. Was aber beachtet werden muss ist, dass bis zur Einzahlung des Stammkapitals der GmbH haften die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen.

Die Vorteile sind:

Beschränkte persönliche Haftung der Gesellschafter der GmbH & Co. KG
Haftungsrisiken somit stark eingeschränkt
Leichtere Beschaffung von Eigenkapital durch Kommanditeinlagen
Möglichkeit einer Dritt- oder Fremdorganschaft

Die Nachteile sind:

Umfangreiche Formalitäten
Erheblicher Verwaltungsaufwand bei Gründung
Eingeschränkte Kreditwürdigkeit bei Banken
Bestehen von zwei Unternehmen, d.h. höhere laufende Kosten durch die Aufstellung gesonderter Jahresabschlüsse und getrennter Buchführung für beide Gesellschaften

Vielen Dank für das Interview!