Mediation – was ist das eigentlich?

Mediation ist ein immer häufiger gewähltes Instrument zur Bewältigung von Konflikten im Unternehmen. ebba.network hat Ulf Lenk einmal befragt, was es mit dem Begriff Mediation überhaupt auf sich hat.

Herr Lenk, Sie sind Wirtschaftsmediator. Was genau ist das?

Mediation ist nicht neu. Die Wurzeln der Mediation in Europa reichen gut 2.600 Jahre zurück. Seit den 70er Jahren des 20. Jh. wurde die Mediation in den USA neu entdeckt und nimmt seither eine weltweite Entwicklung, u. a. in Deutschland seit Mitte der 80er Jahre im Täter-Opfer-Ausgleich, ab den 90ern ganz besonders im Familienrecht sowie im Wirtschafts- und Arbeitsleben und im öffentlichen Bereich.

Die Grundprinzipien der Mediation:

– Vermittlung durch neutrale und allparteiliche Dritte

– Einbeziehung aller Konfliktparteien

– die informelle/außergerichtliche Ebene

– Vertraulichkeit/geschützter Rahmen

– freiwillige Teilnahme

– Selbstbestimmung und Eigenverantwortung

– Offenheit und Informiertheit

– Zukunft gerichtet und konsensorientiert

– Ergebnisoffenheit

Wird die Mediation ausschließlich zur außergerichtlichen Einigung eingesetzt?

Der Mediator/die Mediatorin

– setzt sich für die Interessen aller Beteiligten ein,

– urteilt und bewertet nicht,

– trifft keine Entscheidungen für die Beteiligten,

–  ist verantwortlich für die Kommunikation und deren Verlauf, die Betroffenen für den Inhalt

– hilft den Beteiligten, sich über deren Gefühle und Interessen klar zu werden,

– achtet auf realistische und nutzvolle Vereinbarungen.

Eine Mediation ist die außergerichtliche Alternative zum Gerichtsverfahren. Dabei trägt die Mediation nicht nur zur Beilegung eines Konflikts bei, sondern tut dies auf Basis der Kompromissbereitschaft der Beteiligten. So kommt es am Ende im optimalen Fall zu einer Win-win-Situation, durch welche beide Konfliktparteien ihre Interessen wahren können.

Ziel der Mediation ist es, dass beide Parteien daraus „als Gewinner“ hervorgehen. Im Gegensatz zum Gerichtsprozess handelt es sich um ein vertrauliches, nicht öffentliches Verfahren.

Können Sie als Mediator mein Unternehmen auch präventiv unterstützen, so dass Konflikte gar nicht erst entstehen bzw. eine „Konfliktkultur“ gelebt werden kann?

Konfliktbearbeitung spielt in Organisationen eine zunehmende Rolle. Konflikte sind allgegenwärtig unter Kollegen sowie zwischen Mitarbeitern und Führungskräften oder auch zwischen Organisationen und ihren Kunden oder Klienten. Der Bedarf nach gut ausgebildeten Konfliktberater/Innen und Mediator/Innen steigt. Akteure, die in diesen Spannungsfeldern tätig sein wollen, benötigen Kenntnisse und Fähigkeiten aus den Bereichen Mediation, Konfliktmanagement und Organisationsentwicklung. Diese Themenfelder wie systemisches Konfliktmanagement und systemische Organisationsentwicklung bilden das Gerüst und unterstützen präventiv im Unternehmen.

Vielen Dank für die Informationen und Ausführungen zum Thema Mediation! Wenn auch Sie Konflikte in Ihrem Unternehmen über diesen Weg angehen möchten, setzen Sie sich gern mit Ulf Lenk in Verbindung.