Digitalisierung und Wachstum

Eigentlich bedeutet Digitalisierung nur die Umwandlung von analogen in digitale Daten und deren digitale Speicherung. Deshalb verwende ich den Begriff der digitalen Transformation. Der beschreibt den Veränderungsprozess auf Basis von Technologien und beinhaltet gleichzeitig die Entwicklung neuer Kundenwünsche, die Erschließung neuer Märkte, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsnetzwerke sowie eine neue Art zu arbeiten. Denn das ist genau der Grund, warum digitale Transformation Wachstum generiert. Aber wie kann das gelingen?

Viele Unternehmen denken Digitalisierung vom Prozess her. Wie kann ein analoger Prozess digitalisiert und damit effizienter gestaltet werden? Und dann wird digitalisiert, und das im wahrsten Sinne der Bedeutung des Begriffes. Doch wie Thorsten Dirks, CEO von Telefónica Deutschland, mal sagte: „Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, haben Sie einen scheiß digitalen Prozess.“ Und dazu kommt, dass diejenigen Ihrer Mitarbeiter mit dem „Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht“-Syndrom in ihrer Skepsis und Ablehnung der Digitalisierung gegenüber bestätigt werden.

Aber wie würde denn eine bessere Vorgehensweise aussehen? Nun, wenn Sie zum Beispiel Ihre digitale Strategie vom Kunden her denken.

Hier mal ein Beispiel:

Würde ich Sie fragen, ob bei Ihrem Bäcker um die Ecke Digitalisierung sinnvoll ist, würden Sie das sicher im ersten Moment bezweifeln und der Bäcker erst recht. Genau deshalb, und alle Bäcker mögen mir verzeihen, nehmen wir genau ihn. Er ist Bäcker und sein Produkt sind Brötchen, soweit so gut. Würde er einen seiner Prozesse digitalisieren, z.B. die Logistik, könnte er effizienter und irgendwann billiger werden und vielleicht in Konkurrenz mit den Supermarkt- oder Tankstellenbrötchen gehen, aber wahrscheinlich verlieren. Doch für mich als Kunde ist es nicht der Preis, der mich genau zu diesem Bäcker gehen lässt und auch nicht Hunger. (Wenn ich unterwegs Hunger bekomme, hole ich mir irgendwo ein Brötchen.) In meinem Falle ist es der Geschmack, die Handarbeit, das vermeintlich gute Gewissen. Das wäre die rationale Antwort. Doch eigentlich ist es die Freude auf das gemeinsame Frühstück mit meinem Mann und der Genuss von leckeren, gesunden Brötchen. Würde sich jetzt der Bäcker nicht das Brötchen, sondern genau diesen gesunden Genuss auf die Fahnen schreiben, erweitern sich plötzlich seine Möglichkeiten. Er könnte sich mit dem lokalen Müller, dem Fleischer nebenan oder dem „Veganladen“ zusammentun. Sie könnten gemeinsam eine Plattform im Internet haben, Angebote per Push-Nachricht verschicken, ein Forum für die besten Party-Brötchenrezepte ins Leben rufen oder was auch immer. In jedem Fall trägt jetzt der Einsatz von digitalen Technologien eine neue Wertschöpfung. Sein Markt ist größer, denn auch die Kunden des Fleischers, Müllers oder „Veganladens“ können auch seine Kunden sein. Durch die Vernetzung entstehen Synergien und Investitionen können geteilt werden. Es entsteht eine Kundenbindung und durch die Einbeziehung der Kunden ist er immer nahe an den Wünschen und Bedürfnissen und damit vielen einen Schritt voraus.

Was aber außerdem entscheidend für den Erfolg digitaler Transformation ist, ist die Unternehmenskultur. Wenn Ihre Mitarbeiter ebenfalls diesen gesunden Genuss leben, die Verkäuferin in der Interaktion mit dem Kunden aktiv Feedback aufnimmt, selbst Ideen entwickelt und an alle im Unternehmen weitergibt, Sie sich auch mal an das Chili-Rosinen-Ingwer-Dinkelbrötchen wagen, Fehlschläge zulassen und als Lernpotential sehen, dann haben Sie eine Unternehmenskultur, die zu Innovation einlädt und Digitalisierung zu einem sinnvollen Teil Ihrer Unternehmensentwicklung werden lässt.

Eine solche digitale Strategie, fundiert und mit Zahlen hinterlegt, zu entwickeln ist eine herausfordernde und gleichzeitig positive Energie im Team erzeugende Aufgabe, bei der ich Sie gern unterstütze.

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